Goldene Lärchen im Engadin – Wo der Herbst am schönsten leuchtet
Schon seit langem hatten wir den Wunsch, im Herbst ins Engadin rund um den Silvaplanasee zu fahren. Die goldenen Lärchen müssten eine Pracht sein, dachten wir und wurden nicht enttäuscht. Der blaue Himmel und die schneebedeckten Berge bildeten den perfekten Rahmen für ein unvergessliches Wochenende.
Es gibt mehrere Möglichkeiten ins schweizerische Engadin zu gelangen, eine Route führt über den Albulapass. Ein kurzer Stopp beim bekannten Landwasserviadukt kann gut eingeplant werden. Vom Parkplatz an der Landwasser führt ein gut ausgeschilderter Weg hinauf zur Aussichtsplattform- Nord. Von dort aus lassen sich die Züge gut beobachten. Normalerweise kommen kurz hintereinander zwei Züge vorbei: einer kurz vor und einer kurz nach der vollen Stunde. Der Fahrplan der Züge kann sogar in einer App nachgelesen werden. Seit einiger Zeit gibt es unterhalb der Plattform eine Haltestelle für den kleinen Panoramazug, das Viadukt-Shuttle.

Nach diesem kurzen Stop geht es erwartungsvoll weiter in Richtung Albulapass. Auf dem Weg kommen wir am wunderschönen Palpuognasee vorbei. Hier leuchten die Lärchen schon wunderbar gelb, der See noch leicht gefroren, würde auch ein wunderbares Foto abgeben, doch leider sind hier schon so viele Menschen, dass wir keine Möglichkeit haben, unseren Obelix zu parken. Ein Foto vom Frühjahr lässt erahnen, wie es im Herbst hier aussieht. Wir kommen sicher wieder.

Der Albulapass selbst bietet schöne Ausblicke und kurz unterhalb der Passhöhe stehen sie da: eine kleine Gruppe gelber Lärchen in der Weite der Steinwüste, die ansonsten in dieser Höhe vorherrscht.

Wir haben Traumwetter und erwartungsvoll fahren wir über die Passhöhe hinunter ins Inntal. In La Punt angekommen bewundern wir die wunderbare Landschaft und machen eine kleine Pause.


Es folgt eine kurze Lagebesprechung, wir merken, dass wir nicht wirklich gut vorbereitet sind. Fragen wie in welche Richtung wir fahren wollen, wo können wir übernachten etc. stellen sich uns hier in der Sonne.
Wir stellen fest, dass es um diese Jahreszeit, es ist Mitte Oktober, gar nicht so leicht ist, einen Übernachtungsplatz zu finden. Viele Campingplätze sind schon geschlossen, einige sind voll und Stellplätze für Camper gibt es auch keine. In jeder Gemeinde finden sich Schilder, dass das Übernachten für Wohnmobile verboten ist. Wir werden dann schliesslich fündig am Silvaplanasee, der Camping Silvaplana, direkt am See gelegen hat noch Platz. https://campingsilvaplana.ch

Er ist stark frequentiert von Kitesurfern. Der Silvaplanasee bietet ihnen perfekte Bedingungen, bläst hier doch sehr verlässlich jeden Tag der sogenannte Maloja-Wind. Wir machen am Abend noch ein paar Fotos und geniessen den Abend in unserem Obelix.

Nach einer kalten Nacht (-4 Grad) und einem Frühstück mit frischen Brötchen fahren wir in Richtung Silsersee. Immer entlang des Ufers vom Silvaplanasee und Silsersee. Die Seen sind noch mit Nebel bedeckt und sehen in der Morgensonne wunderschön aus. Ein grosses Problem ist die Parkplatzsuche. Es gibt, wenn überhaupt nur kleine Parkbuchten, ein möglicher Parkplatz ist eingezäunt und mit Baumaschinen vollgestellt. Schliesslich finden wir eine vielversprechende Stelle, die gute Möglichkeiten zum Fotografieren bietet. Der Blick über den See ist herrlich.





Nachdem sich der Nebel verzogen hat und die Sonne ungehindert vom Himmel scheint, fahren wir an St. Moritz vorbei Richtung Berninapass und Morteratschgletscher. Die Fahrt bietet immer wieder wunderschöne Aussichten. Am Parkplatz Kuhböden stellen wir unseren Obelix ab und wandern auf einem bequemen Wander- und Fahrradweg in Richtung Morteratschtal. Der Weg führt durch den Camping Morteratsch. Er ist mit 1860m ü. M. der höchstgelegene Ganzjahres-Campingplatz Europas. Reservieren wird empfohlen, wir haben dort keinen Platz bekommen. https://www.camping-morteratsch.ch


Unsere Wanderung gleicht nun eher einem Spaziergang. Wir kommen ob der vielen Fotomotive, die sich uns bieten, kaum vorwärts. Immer wieder bleiben wir stehen, um Fotos zu machen. Wir gehen mittlerweile am und im Flussbett des Ova de Bernina. Im Moment klein, lässt die Breite des Flussbettes erahnen, wie viel Wasser nach der Schneeschmelze herabfliessen kann.

Beim Hotel Morteratsch, direkt am Bahnhof der Rhätischen Bahn machen wir eine Pause. Bei einem erfrischendem Getränk auf der Terrasse lässt es sich aushalten – Sonne und Dolce Vita.


Wir gehen noch ein Stück weiter in Richtung Gletscher und nutzen die Zeit bevor die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Es ist herrlich in der herbstlichen Sonne. Dieser Tag schenkt uns ein unvergessliches Erlebnis, bevor die dunkle Jahreszeit beginnt.



Am nächsten Tag haben wir keine Sonne mehr, es „herbstelt“ deutlich mit tiefhängenden Wolken und Nieselregen, also ab nach Hause.
Wie immer Hin und Zurück mit Sonne im Herzen und wunderbaren Erinnerungen an ein schönes Wochenende.
*enthält keine bezahlte Werbung


